Amazon an die Warenwirtschaft anbinden: die vollständige Anleitung
So verbindest du deine Warenwirtschaft mit Amazon, sodass Bestände, Bestellungen und Produktdaten automatisch laufen. Diese Anleitung führt dich durch jeden Schritt, von der Vorbereitung bis zum Go-Live.
Amazon ist für viele Händler ein zentraler Vertriebskanal. Wer seine Warenwirtschaft sauber anbindet, spart jeden Tag Zeit: Bestände aktualisieren sich automatisch, Bestellungen landen direkt in der Warenwirtschaft, manuelles Nachpflegen entfällt. Diese Anleitung zeigt, wie du in sechs Schritten von der Vorbereitung bis zum Go-Live kommst.
Kurz erklärt
Eine Amazon-Anbindung verbindet deine Warenwirtschaft über die Amazon Selling Partner API mit Amazon Seller Central. Bestände, Preise und Produktdaten werden automatisch zu Amazon übertragen, eingehende Bestellungen fließen zurück in die Warenwirtschaft. In der Praxis übernimmt eine Middleware diese Synchronisation, sodass du Amazon, deine Kasse und weitere Kanäle aus einem System steuerst.
1. Vorbereitung: Was du brauchst
Bevor du mit der technischen Einrichtung beginnst, solltest du folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Amazon Seller Account: Ein professioneller Verkäuferaccount (39€/Monat) ist Voraussetzung.
- Warenwirtschaftssystem: Deine WaWi sollte eine Schnittstelle (API) oder Export-Funktion bieten.
- EAN/GTIN-Nummern: Für die meisten Produktkategorien benötigst du gültige Barcodes.
- Produktbilder: Amazon hat strenge Bildrichtlinien (min. 1000x1000 Pixel, weißer Hintergrund).
- Produktbeschreibungen: Gut strukturierte Texte mit relevanten Keywords.
Tipp
Prüfe vorab, in welchen Kategorien du verkaufen möchtest. Einige Kategorien (z.B. Lebensmittel, Elektronik) erfordern eine Freischaltung durch Amazon.
2. Amazon Seller Central einrichten
Falls du noch kein Amazon Seller Konto hast:
- Gehe zu sellercentral.amazon.de und klicke auf "Registrieren"
- Wähle "Professioneller Verkäufer" (für automatisierte Anbindungen erforderlich)
- Halte bereit: Gewerbeanmeldung, Personalausweis, Bankverbindung, Kreditkarte
- Durchlaufe die Verifizierung (kann einige Tage dauern)
- Richte deine Versandeinstellungen und Rückgaberichtlinien ein
3. Die richtige Middleware wählen
Eine Middleware verbindet deine Warenwirtschaft mit Amazon und automatisiert den Datenaustausch. Achte bei der Auswahl auf:
- WaWi-Kompatibilität: Wird dein System unterstützt?
- Echtzeit-Synchronisation: Bestände sollten in Echtzeit aktualisiert werden.
- Automatischer Bestellimport: Bestellungen müssen automatisch in die WaWi fließen.
- Support: Gibt es persönliche Ansprechpartner bei Problemen?
So löst der DezemberHub Connector das
Software soll sich an deinen Laden anpassen, nicht umgekehrt. Der DezemberHub Connector bindet Amazon an dein bestehendes System an, ohne dass du es austauschst. Wir konfigurieren deinen Adapter, richten das Produktmapping ein und testen die Verbindung gründlich, bevor sie live geht.
Mehr dazu auf der Seite zur Amazon-Anbindung über den Connector.
4. Produktdaten vorbereiten
Amazon stellt hohe Anforderungen an Produktdaten. Bereite folgende Informationen vor:
Pflichtfelder für Amazon:
- ✓ Produkttitel (max. 200 Zeichen)
- ✓ EAN/GTIN oder UPC
- ✓ Marke (Brand)
- ✓ Hersteller
- ✓ Produktkategorie
- ✓ Preis
- ✓ Bestand
- ✓ Mindestens ein Produktbild
- ✓ Bullet Points (5 Stück empfohlen)
- ✓ Produktbeschreibung
Bildanforderungen
- Mindestgröße: 1000 x 1000 Pixel (für Zoom-Funktion)
- Hauptbild: Weißer Hintergrund (RGB 255,255,255)
- Produkt muss mindestens 85% des Bildes ausfüllen
- Keine Wasserzeichen, Logos oder Texte im Hauptbild
- Formate: JPEG, PNG, GIF oder TIFF
5. Einrichtung der Anbindung
Der typische Ablauf einer Amazon-Anbindung:
-
API-Zugang einrichten
In Seller Central unter Einstellungen > Benutzerberechtigungen einen Entwicklerzugang erstellen. -
Middleware konfigurieren
Die Zugangsdaten in deiner Middleware hinterlegen und die Verbindung testen. -
Produktmapping einrichten
Definieren, welche WaWi-Felder auf welche Amazon-Attribute gemappt werden. -
Testprodukte hochladen
Zunächst einige wenige Produkte testen, bevor das komplette Sortiment übertragen wird. -
Bestellimport testen
Eine Testbestellung aufgeben und prüfen, ob sie korrekt in der WaWi ankommt.
6. Go-Live und erste Schritte
Nach erfolgreichen Tests kannst du live gehen:
- Komplettes Sortiment hochladen (in Batches, nicht alles auf einmal)
- Bestandssynchronisation aktivieren
- Bestellimport auf automatisch stellen
- Erste Tage intensiv überwachen
Best Practice
Starte mit einer kleinen Produktauswahl und erweitere schrittweise. So kannst du Probleme früh erkennen und beheben, bevor sie das gesamte Sortiment betreffen.
Häufige Probleme und Lösungen
Problem: Produkte werden nicht gelistet
Häufige Ursache: Fehlende oder ungültige EAN-Nummern. Prüfe, ob deine GTINs bei GS1 registriert sind.
Problem: Bestellungen kommen nicht in der WaWi an
Prüfe die API-Berechtigungen und stelle sicher, dass deine Middleware regelmäßig Bestellungen abruft.
Problem: Bestände stimmen nicht überein
Aktiviere die Echtzeit-Synchronisation und prüfe, ob andere Verkaufskanäle ebenfalls angebunden sind.
Fazit
Die Anbindung an Amazon gelingt, wenn drei Dinge stimmen: saubere Produktdaten, eine Middleware, die deine Warenwirtschaft unterstützt, und ein strukturierter Go-Live in Batches. Dann übertragen sich Bestände und Bestellungen automatisch, und du steuerst Amazon aus dem System, das du ohnehin nutzt.
Verkaufst du im Schuh- oder Fashion-Handel? Dann sieh dir die Zalando-Anbindung und den Überblick zur Auswahl der passenden Multichannel-Tools an. So findest du heraus, welche Kanäle für dein Sortiment am meisten bringen.
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